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Wenn Kindern die Grammatik Probleme bereitet

Die Wortreihenfolge im Satz verändern, Satzteile weglassen, Artikel vertauschen oder Verben falsch verwenden – solche Fehler können bei Kindern auf sogenannten Dysgrammatismus hindeuten. Diese Entwicklungsstörung der Sprache thematisierten die Sprachheilbeauftragten des Kreises Höxter Manfred Fuchs und Bernd Tönies gemeinsam mit der Abteilung Gesundheitsdienst bei einer Informationsveranstaltung in der Aula des Kreishauses.

Mit einer Fortbildungsveranstaltung in der Aula des Kreishauses thematisierten die Sprachheilbeauftragten des Kreises Höxter (v. l.) Bernd Tönies und Manfred Fuchs gemeinsam mit Referentin Maja Ullrich und Dr. Ronald Woltering (Leiter des Fachbereichs Gesundheits- und Veterinärwesen des Kreises Höxter) die kindliche Entwicklungsstörung Dysgrammatismus. Foto: Kreis Höxter

„Bis zu einem gewissen Grad sind grammatikalische Fehler ein völlig normaler Bestandteil der sprachlichen Entwicklung eines Kindes. Dysgrammatismus liegt erst dann vor, wenn die Fehler auch nach der Haupterwerbsphase der Grammatik im Alter von etwa vier Jahren noch über einen längeren Zeitraum auftreten und das Kind nicht dazu in der Lage ist, diese selbstständig zu korrigieren und zu überwinden“, erklärte Diplomlogopädin Maja Ullrich den rund 65 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die alle in verschiedenen Bereichen der Sprachförderung und -therapie tätig sind.

Ullrich, die in Köln das von ihr gegründete Fortbildungsinstitut „logotrain“ leitet, erläuterte in ihrem Fachvortrag, wie Kinder im Rahmen der Sprachentwicklung Grammatik im Phasenverlauf erwerben und welche Störungen dabei auftreten können.

„Beim Dysgrammatismus liegt keine organische, mentale oder emotionale Schädigung vor. Das Gehirn lernt grammatikalische Strukturen nicht so schnell wie üblich. Betroffene Kinder können zum Beispiel die von den Eltern gesprochene Sprache nicht richtig aufnehmen oder sie haben allgemein Probleme damit, neue Informationen dauerhaft zu behalten“, so Ullrich. In jedem Fall sei eine individuelle Therapie erforderlich.

Wie wichtig diese Behandlung ist, betonte auch Dr. Ronald Woltering, Leiter des Fachbereichs Gesundheits- und Veterinärwesen des Kreises Höxter. „Die ersten Lebensjahre sind für die Entwicklung eines Kindes sehr wichtig. Hier werden sozusagen die Weichen gestellt. Treten während dieser Zeit Entwicklungsstörungen wie etwa der Dysgrammatismus auf, die nicht richtig therapiert werden, kann das zu schweren Defiziten in der Jugend und im Erwachsenenalter führen“, so Dr. Woltering. Besonders Sprache sei ein entscheidender Schlüssel zur Bildung und gesellschaftlichen Teilhabe.