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Beim Pflügen entstehen immer wieder Schäden am Straßenrand

Beim Pflügen rücken einige Landwirte zu nah an die Kreisstraßen heran. „Dadurch entstehen oft erhebliche Schäden an den Fahrbahnrändern“, beklagt Landrat Friedhelm Spieker. Die Kosten können nicht der Allgemeinheit aufgebürdet werden. Dafür müssen die Verursacher geradestehen.

Gegen mehrere Landwirte sind deshalb in diesem Jahr bereits Verfahren eingeleitet worden. Für die Leiterin der Abteilung Straßen beim Kreis Höxter, Heike Lockstedt-Macke, ist die massive Zerstörung von Straßengrundstücken völlig unverständlich. Um einen Streifen Acker hinzuzugewinnen, würden die Randflächen manchmal bis dicht an die Fahrbahn unter den Pflug genommen. „Der Schaden ist deutlich teurer als der vermeintliche Gewinn“, erklärt sie.

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Abgerissen Wurzeln
Die Wurzeln der Alleebäume an dieser Kreisstraße wurden beim Pflügen des angrenzenden Ackers stark beschädigt und teilweise sogar von den Bäumen abgerissen.

Vor allem im Frühjahr und im Herbst stellen die Mitarbeiter der Kreis-Bauhöfe immer wieder erhebliche Schäden fest. Es sind nicht nur die ebenen Grünflächen links und rechts von der Fahrbahn, die mit den schweren Landmaschinen manchmal bis zu den Leitpfosten bearbeitet werden. Auch Wassergräben, die an den Kreisstraßen entlang führen, werden schon mal zugeschüttet und dreist in Ackerfläche umgewandelt. In seltenen Fällen wird sogar so nah an die Straßenböschung gepflügt, dass der Unterbau der Straße geschädigt wird.

„Besonders schlimm ist es, wenn sogar die Wurzeln von Straßenbäumen beschädigt werden“, bedauert Heike Lockstedt-Macke. So haben die Bauhofmitarbeiter an einigen Kreisstraßen festgestellt, dass die Wurzeln und Stämme der grünen Schattenspender von Landwirten beim Pflügen schwer in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Nicht nur die Zerstörung von Grünflächen, Sträuchern und Bäumen ist dem Kreis Höxter ein Dorn im Auge, sondern auch der verbotene Landraub. Sogar Grenzsteine würden immer mal wieder untergepflügt.

„Dagegen werden wir konsequent vorgehen“, macht Landrat Spieker deutlich. Die Verursacher müssen dann für die Wiederherstellung aufkommen und mit einem verwaltungsrechtlichen Verfahren rechnen. So wird das vorsätzliche oder fahrlässige Entfernen von Grenzzeichen nach dem Vermessungs- und Katastergesetzes des Landes Nordrhein-Westfalen mit einer Geldbuße bis zu 3.000 Euro geahndet. Besonders teuer wird es, wenn die Grundstücksgrenzen auf Kosten des Verursachers neu vermessen und die Grenzzeichen neu gesetzt werden müssen.

„Landwirte müssen beim Bearbeiten ihrer Ackerflächen die Grenzen einhalten. Das gilt selbstverständlich auch für die Grundstücksgrenze zur Straße“, erläutert Heike Lockstedt-Macke. Zum Teil seien es schwarze Schafe, die sich rücksichtslos kreiseigene Flächen mit dem Pflug aneignen. Teilweise sei aber auch Unkenntnis über den tatsächlichen Grenzverlauf die Ursache.

Um die Landwirtschaft auf dieses brisante Thema aufmerksam zu machen, hat der Kreis Höxter den Landwirtschaftlichen Kreisverband und die Kreisstellen Höxter, Lippe, Paderborn der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen um Unterstützung gebeten.
Beschädigte Grenzsteine

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Beschädigte Grenzsteine
Hier wurden nicht nur die kreiseigenen Straßenflächen, die an den Acker grenzen, bis zu den Leitpfosten unter den Pflug genommen, sondern auch mehrere Grenzsteine aus dem Boden gerissen. Das Entfernen von Grenzzeichen kann sehr teuer werden.