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Zu viele Lebensmittel im Abfall: Knapp die Hälfte wäre vermeidbar

„Lebensmittel sind einfach zu gut für die Tonne!“ Dr. Kathrin Weiß vom Kreis Höxter, Leiterin der Abteilung Umweltschutz und Abfallwirtschaft, bringt auf den Punkt, was nun in einer Studie ermittelt worden ist. Knapp die Hälfte der Lebensmittel hätten nicht in der Bioabfalltonne landen müssen!

In Zusammenarbeit mit dem Kreis Höxter hat die Hochschule OWL in Höxter, Fachbereich Abfallwirtschaft, im Rahmen einer Projektarbeit eine Eigenstudie zum Thema Lebensmittelverschwendung durchgeführt. Denn laut einer Studie der Universität Stuttgart werden im Schnitt pro Einwohner und Jahr 81,6 Kilogramm Lebensmittel weggeworfen. Hierzu gehören Putzreste von Lebensmitteln wie die Schalen von Bananen oder Kartoffeln, aber auch Lebensmittel, die noch essbar gewesen wären. Rund 65 Prozent der Lebensmittelabfälle wären laut der Studie vermeidbar.

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Die beiden Studentinnen Judith Lohnherr (von links) und Lisamarie Jaksits übergeben die Studie zur Lebensmittelverschwendung an Dr. Kathrin Weiß und Silke Rakel vom Kreis Höxter. Foto: Kreis Höxter

„Dieser Wert ist erschreckend hoch. Sowohl aus ethischen als auch aus ökologischen Gründen sollten so wenig Speisereste wie möglich weggeworfen werden“, so Dr. Kathrin Weiß. Diese zum Teil geschätzten Zahlen der Universität Stuttgart, wollte der Kreis Höxter, Abteilung Umweltschutz und Abfallwirtschaft näher bestimmen: „Wie sehen die Werte wohl bei uns im Kreisgebiet aus?“ Dieser Fragestellung sind Lisamarie Jaksits und Judith Lohnherr, beides Studentinnen des Fachgebietes Abfallwirtschaft und Deponietechnik an der Hochschule OWL nachgegangen. „Wir haben 31 Teilnehmer für unsere Studie zur Lebensmittelverschwendung gewinnen können. Sie wurden bei einer Informationsveranstaltung vorab in die Studie eingewiesen“, erläutert Judith Lohner, „so dass die Ergebnisse korrekt dargestellt werden.“

Einen Monat lang notierten die Versuchsteilnehmer die Masse an Lebensmitteln, die entsorgt wurde. Dazu wurden die Lebensmittel in drei Kategorien unterteilt. Zur ersten Gruppe gehörten die nicht vermeidbaren Abfälle wie Gräten oder Knochen. In einer weiteren Gruppe wurden die teilweise vermeidbaren Bioabfälle, wie beispielsweise Speisereste oder Brotrinde, gewogen und notiert. Zur letzten Gruppe gehörten die vermeidbaren Lebensmittelabfälle, die aufgrund zu langer Lagerung oder eines zu großen Einkaufes weggeworfen werden.

Hochgerechnet auf ein Jahr haben die Teilnehmer dieser Studie im Kreis Höxter 67,1 Kilogramm Bioabfälle weggeworfen. „Davon hätten im Schnitt 45,6 Prozent, also 30,6 Kilogramm Lebensmittel nicht weggeworfen werden müssen“, so das Fazit von Lisamarie Jaksits. Im Vergleich zur Stuttgarter Studie fallen die Mengen der weggeworfenen Bioabfälle etwas geringer aus. „Uns ist bewusst, dass die Werte kritisch betrachtet werden müssen, da wir nur eine kleine Fallgruppe hatten“, betonen die angehenden Umweltingenieurinnen.

„Auch wenn die Daten nur aus einer kleinen Stichprobe stammen, möchten wir die Bürger sensibilisieren, Lebensmittel mehr wertzuschätzen“, erklärt Dr. Kathrin Weiß. Gerade bei frischen, gesunden Lebensmittel wie Salat und Gemüse müsse man aufpassen. „Sie sind häufig nur kurzfristig haltbar, hier ist es sinnvoll, sein eigenes Einkaufsverhalten zu hinterfragen.“
Einkaufverhalten überdenken

Laut Schätzungen gibt jeder mehr als 200 Euro im Jahr für Lebensmittel aus, die letztendlich im Müll landen. Das schadet nicht nur dem Geldbeutel und der Umwelt. Auch vor dem Hintergrund, dass viele Menschen hungern müssen, sollte das Einkaufsverhalten neu überdacht werden. Hier ein paar Tipps um Lebensmittelabfälle zu reduzieren: Vor dem Einkauf den Vorrat (Kühlschrank, Vorratsregale) checken, einen Einkaufszettel schreiben, sich nicht zum Kauf von Angeboten wie XXL-Packungen verlocken lassen, wenn man einen Single-Haushalt führt. Lieber zu einer kleineren Verpackungseinheit greifen.

Die Herstellung von Lebensmitteln verbraucht Ressourcen wie Wasser, Energie und Ackerboden. Wenn Äpfel, Brot oder Käse im Abfall landen, werden somit auch sie verschwendet. Umfangreiche Informationen gibt es beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (www.bmel.de) unter dem Stichwort „Zu gut für die Tonne“. Weitere Fragen beantwortet auch die Abfallberatung des Kreises Höxter, Telefon: 05271 / 965-4446.